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DEINE MONATLICHEN IMPULSE FÜR MEHR STABILITÄT

Mediation – ein wirksames Werkzeug für unseren Alltag

In einem Austausch erzählte mir eine Bekannte, dass sie sich gerade mit ihrer Schwester streite, was mit dem Ferienhaus der Mutter passieren solle. Sie selbst wolle es behalten und instand halten, die Schwester es verkaufen. Ich sagte ihr, dass man in solchen Fällen mithilfe einer Mediation nach Lösungen suchen kann. Daraufhin meinte die Bekannte: „Naja, so schlimm ist es noch nicht.“


Ich erlebe dies immer wieder: wenn ich Menschen darauf aufmerksam mache, dass die Situation, von der sie mir gerade erzählen, mithilfe einer Mediation bearbeitet werden kann und damit signalisiere, dass es sich um einen Konflikt handelt, sie das Thema abschwächen.




Warum tun sie das und wie lässt sich Mediation „salonfähig“ machen?


Wie entsteht ein Konflikt? Erst einmal hat jeder Mensch zu einem Thema eine eigene Meinung. Und manches Mal finden wir Menschen, die die gleiche oder eine ähnliche Meinung haben, und manches Mal eine gegensätzliche oder schlicht andere. Das allein ist kein Konflikt; es ist eine Meinungsverschiedenheit. Und es ist auch üblich, dass solche Meinungsverschiedenheiten ein Nebeneinander erlauben.


Erst in Situationen wie der oben beschriebenen, in der es nur eine Lösung, eine Entscheidung zu geben scheint, kann sich diese Meinungsverschiedenheit manifestieren. Nehmen wir uns die Eskalationsstufen von Glasl zu Hilfe, dann entwickelt sich ein Konflikt allmählich – sofern nicht dagegen gesteuert wird.


Ein „Sage mal, das war ja unschön gestern. Und eigentlich wollen wir doch das Gleiche“ hilft häufig, den Streit aus dem Weg zu räumen und eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten gut leben können. Doch was passiert, wenn das nicht gelingt?


Wir fangen an, zu zweifeln. Den Menschen, den wir doch eigentlich ganz gerne hatten und von dem wir glaubten, er*sie sei unser*e Freund*in, fängt an, sich gegen mich zu wenden. „Und hat er*sie nicht letztens zu xxx gesagt, dass … Und das passt ja richtig in das Bild.“ Wir fangen an, alles, was unser Gegenüber tut oder sagt, in die Richtung zu interpretieren, dass es in unser „Bild“ passt: das Bild, das besagt, die Person ist nicht unserer Meinung und versucht die eigene Meinung zu manifestieren. Also tun wir es dieser Person gleich. „Sage mal Hans, findest Du nicht auch, dass …?“ So oder so ähnlich könnten die Sätze klingen. Wir bauen also Glaubenssätze auf, die wir immer wieder zu bestätigen versuchen. Wir suchen uns Verbündete, die uns in unserer Ansicht, in unserer Meinung bestätigen.


Und wenn das nicht reicht? Dann geht es im nächsten Schritt weiter. Dann sorgen wir für Fakten. Fakten, die unsere Meinung untermauern. … laut Glasl bis zu dem Punkt, dass die Konfliktparteien sich versuchen, sich gegenseitig zu vernichten – bis zur Selbstaufgabe, dem klassischen Rosenkrieg.


Und wo soll da noch Mediation helfen? Die Fronten sind in diesen Situationen schon so verhärtet, dass eine Mediation hier kaum noch etwas ausrichten kann.




Wann ist Mediation hilfreich?


Wann also ist es noch sinnvoll Mediation in Anspruch zu nehmen? Wann ist es erlaubt, zuzugeben, dass man es nicht mehr allein schafft und Hilfe von außen sucht?

Meiner Meinung nach ist das der falsche Ansatz.


Schauen wir mal auf die Situation aus einer anderen Sicht:

Es ist ein wundervoller Tag. Sie gehen raus und genießen den Frühling, die erste warme Sonne. Sie gehen einfach einen Weg und genießen die vielen schönen Blumen, die ersten Schmetterlinge, lauschen den Vögeln… und gehen einfach weiter, an jeder Kreuzung überlegen sie nicht lange, sondern gehen einfach den Weg, den die Füße wählen. Sie gehen in einen Wald, in der die Bäume gerade anfangen, junge, saftige grüne Blätter zu entwickeln. Sie wandern weiter und genießen die Stimmung. Irgendwann stehen sie im Wald an einer Kreuzung und plötzlich wird Ihnen bewusst: Sie haben keine Ahnung, wo sie sich gerade befinden! Sie sehen buchstäblich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.



Waldweg


In derartigen Situationen die Ruhe zu bewahren und logisch an das Thema heranzugehen, um nachzuvollziehen, wo sie sich befinden und wohin sie sich bewegen müssen, um wieder nach Hause zu kommen, ist herausfordernd.


Wenn wir uns jetzt noch vergegenwärtigen, dass in Konfliktsituationen die Logikebene mehr und mehr in den Hintergrund rückt und Emotionen unser Handeln bestimmen, merken wir, dass es uns noch schwerer fällt, hier gelassen und ruhig zu bleiben.


Vielleicht steigt Panik auf, dass wir nicht mehr nach Hause kommen, uns im Kreise drehen und

… hätten wir doch früher darauf geachtet, wo wir lang laufen … oder jemanden gefragt. Ja hätten wir …

Zurück zur Frage, wann es sinnvoll ist, Hilfe von außen zu suchen?


Antwort: Jedes Mal, wenn ich merke, dass ich mich im Kreis drehe, dass es mir schwer fällt, eine Lösung zu finden, wenn ich nicht weiterkomme …


Denn, wenn ich z.B. ein technisches Problem habe, dann suche ich zunächst im Internet nach einer Lösung oder rufe einen Techniker an. Wenn ich Schmerzen habe, gehe ich zum Arzt, und wenn ich etwas nicht allein machen kann (z.B. einen Tisch oder eine Waschmaschine tragen), dann hole ich mir Hilfe bei Nachbarn oder Freunden.


Übertragen auf die Konfliktsituation können wir also mit anderen Personen darüber sprechen. Sie helfen uns, die Situation anders zu betrachten. Vielleicht sagt jemand: „Naja, so habe ich das jetzt nicht wahrgenommen.“ Und das hilft uns im Idealfall, Lösungen zu finden.


In der Regel wenden wir uns an Personen, denen wir vertrauen, also Personen in unserer Nähe. Es kann sein, dass diese Personen Teil des Konfliktsystems sind – sie sind voreingenommen, eingefärbt in die eigene Sichtweise und können nicht helfen, die Sichtweise des Gegenübers anzunehmen.


Ich erlebe häufig, dass die Menschen sich scheuen, in derartigen Situationen Hilfe anzunehmen. Es erscheint ihnen, dass sie ein gewisses Maß an Unfähigkeit zugeben würden. Tue ich das nicht auch, wenn ich meinen Nachbarn bitte, mir beim Tragen des Tisches zu helfen, wenn ich im Internet recherchiere, warum mein Internet nicht funktioniert, wenn ich meine Freundin frage, was ich an Essen kochen soll für mein Rendezvous?



Die Lösung des Konflikts


Schauen wir nochmal auf das obige Beispiel: In einer Mediation schauen die beiden Schwestern auf die Themen, die hinter den Aussagen stehen. Vielleicht sind dies folgende:


„Mir ist das Haus wichtig, weil wir hier mit unserer Mutter viele wundervolle Urlaube verbracht haben, und ich genieße es, wenn wir uns hier als Großfamilie immer wieder treffen und das Familienband weiter stärken. Familie ist mir wichtig.“


„Ich möchte mir nicht die Last des Hauses ans Bein binden. Ich habe im Alltag so viel schon zu tun mit meinem Job und der Familie, dass mir das zu viel ist. Mich fordert das zu sehr. Mir ist die Familie wichtig, aber warum müssen wir dazu in das Ferienhaus fahren?“


Wenn ich als Beteiligte verstehe, dass meine Schwester das Haus viel bedeutet, kann ich auch nachvollziehen, dass sie es behalten möchte. Wenn meine Schwester versteht, dass mich die Renovierung und Instandhaltung des Hauses überfordert, kann sie auch nachvollziehen, dass ich es nicht behalten möchte. Und vielleicht können wir uns da ja aufteilen. Sie hat ja immer so Spaß am Gestalten. Und ich

finde es ja auch schön, so einen Ort zu haben, an den man spontan hinfahren kann…


Um ein solches Ergebnis zu erzielen, braucht es die Bereitschaft, anders auf den Konflikt zu schauen, sich in diesen Raum zu begeben, einander in die Augen zu schauen und zu sagen:


„Wir wollen uns nichts Böses, wir wollen einander nicht verletzen. Wir wollen nur mit unseren Bedürfnissen und Interessen gesehen werden.“


Und wir lernen bei der Konfliktbearbeitung wieder etwas Neues über unser Gegenüber. Wir verstehen ihn*sie besser mit seinen*ihren Bedürfnissen und Interessen. Und wer weiß, vielleicht eröffnen sich ganze andere Möglichkeiten dadurch, in ein Miteinander zu kommen?



Wenn Sie also mal wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, dann finden Sie in der Mediation

  • Gemeinsam mit der*den anderen Konfliktpartei*en einen Weg raus aus dem Wald

  • Einen anderen Blick auf den Wald (Konflikt), vielleicht mit neuen Detailansichten oder/und mehr Klarheit und Transparenz

  • Einen anderen Umgang mit den Menschen, die sie umgeben

  • Lösungen, die ihnen helfen, in zukünftigen Situationen anders zu handeln



Wann geben Sie zu, dass Sie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und nehmen die Hilfe der Mediation in Anspruch?




 


Erfrischen Sie Geist & Körper und verfolgen neue Ziele in jeder Lebenslage.

Irene Timmers – Beraterin, Coach, Mediatorin
Irene Timmers – Beraterin, Coach, Mediatorin

Gemeinsam schaffen wir Ihr balanciertes Gleichgewicht.

Wenn Sie wissen möchten, wo und wie Sie starten sollten, um wieder in Ihre Balance zu kommen, dann lade ich Sie gerne zum Gespräch ein.

Hier können Sie direkt einen Gesprächstermin buchen. Bei einem Getränk Ihrer Wahl, sprechen wir über Ihre gewünschten Ziele, was Sie vielleicht aktuell plagt und welche unerreichten Möglichkeiten Sie noch verwirklichen möchten. Gerne begleite ich Sie auf diesem Weg.



 Gerne können Sie mich auch direkt anrufen oder mir eine Mail senden.

T. 01 72 / 6 43 44 24


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